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AFNOR FDX15-140: AFNOR FDX15‑140 — Stabilitätskammern korrekt kartieren und validieren
AFNOR FDX15-140 ist eine Referenzrichtlinie für die Charakterisierung, Verifizierung und laufende Überwachung von thermostatischen und klimatischen Kammern (Temperatur ± Feuchte) wie Prüfkammern, Öfen, Inkubatoren und Kühl-/Wärmeräumen bei Atmosphärendruck. Die aktuelle Fassung wurde im August 2024 veröffentlicht und ist nun in Kraft; die vorherige Fassung wurde im Mai 2013 veröffentlicht und ist zurückgezogen worden. Die Überarbeitung von 2024 ist nicht nur redaktioneller Natur – sie bringt messbare technische, messtechnische und betriebliche Änderungen mit sich und passt die Leitlinien stärker an ISO/IEC 17025 und die IEC-Leitlinien an.
Was FDX15-140 abdeckt – die wichtigsten Punkte
- Anwendungsbereich: Thermostat- und Klimakammern (Temperatur ± Luftfeuchtigkeit) bei Atmosphärendruck.
- Messgrößen: räumliche Temperaturverteilung (Homogenität), zeitliche Stabilität, dynamische Reaktionen (z. B. beim Öffnen von Türen) sowie Unsicherheitsbewertungen.
- Prüfverfahren: geplantes „Mapping“ mit festgelegten Messpunkten, Prüfungen mit leerer bzw. beladener Kammer sowie strukturierte Dokumentation und Berichterstattung.
- Ziel: Temperatur- und Feuchtigkeitsmessungen reproduzierbar, rückverfolgbar und prüfungsfähig zu machen, damit Klima- und Alterungstests aussagekräftig und vertretbar sind.
Reproduzierbarkeit, Rückverfolgbarkeit, Kosteneinsparungen: Die Vorteile für die Compliance
- Reproduzierbare Ergebnisse: Homogenität und Stabilität sind Voraussetzungen für aussagekräftige Klima- und Alterungstests.
- Compliance und Audits: Rückverfolgbare Zuordnungsprotokolle verringern Lieferanten- und Prüfrisiken – ein entscheidender Faktor in der Automobil-, Medizintechnik-, Pharma-, Luft- und Raumfahrt- sowie Elektronikindustrie. Die Einführung des Standards trägt dazu bei, die Kammerqualifizierung an die Erwartungen von Kunden und Aufsichtsbehörden anzupassen.
- Effizienz und Kosteneinsparungen: Regelmäßige Bestandsaufnahmen verhindern fehlerhafte Tests, Nacharbeiten und mögliche Produktrückrufe.
Praktische Umsetzung (Schritt für Schritt)
- Umfang und Ziele festlegen
- Welche Temperatur- und Feuchtigkeitsbereiche?
- Typisches Lastprofil?
- Kritische Messstellen?
- Erstellen Sie das Messkonzept
- Wählen Sie kalibrierte Sensoren und Datenlogger.
- Legen Sie ein Messraster (Ecken, Mitte, repräsentative Positionen des Prüflings), die Abtastrate und die Messdauer fest.
- Führen Sie Mappings sowohl im Leerlauf als auch unter repräsentativer Last durch; ermitteln Sie Hotspots und Coldspots sowie Stabilitätskennzahlen.
- Führen Sie eine Unsicherheitsanalyse durch und legen Sie Toleranzen fest
- Dokumentieren Sie Messunsicherheiten und legen Sie Akzeptanzgrenzen fest
- Überwachung und Korrekturmaßnahmen
- Berichtsvorlagen verwenden, Abweichungsanalysen durchführen und Korrekturmaßnahmen festlegen (Optimierung der Luftströmung, Änderungen an der Umluftfunktion, Neupositionierung)
Tools & Empfehlungen
- Mehrkanal-Datenlogger mit Kalibrierzertifikaten, Validierungssoftware, die Mapping-Module und FDX15-140-Berichtsvorlagen unterstützt, sowie Sensornetzwerke, die räumliche Abdeckung und Redundanz gewährleisten.
Tipp: Prüfen Sie, ob Ihre Validierungssoftware FDX15-140-konforme Vorlagen bietet – dies beschleunigt Audits und die Erstellung von Berichten.
Wichtigste Unterschiede: alte Fassung (Mai 2013) vs. neue Fassung (August 2024)
- Erhöhte Mindestanzahl an Messsensoren
Früher (2013): Beispielsweise verwendeten viele Labore 9 Sensoren für Volumina von bis zu ~2 m³.
Neu (2024): Die Mindestanzahl an Sensoren wurde erhöht – so sind beispielsweise ab einem Volumen von etwa 1 m³ 15 Sensoren erforderlich.
Auswirkung: Bessere räumliche Darstellung und geringeres Risiko, Hotspots oder Coldspots zu übersehen – allerdings höhere Kosten für Ausrüstung und Einrichtung sowie längere Einrichtungszeiten.
- Explizite Berücksichtigung der Auswirkungen von Wandabstrahlung
Früher: Die Strahlung von Wänden wurde weitgehend als vernachlässigbar oder implizit angesehen.
Neu: Die Wandabstrahlung wird ausdrücklich als Unsicherheitskomponente berücksichtigt. Die Norm bietet experimentelle Methoden (Sonden mit hohem bzw. niedrigem Emissionsgrad), analytische Schätzungen und konservative Standardwerte (z. B. ~0,3 °C in bestimmten Bereichen).
Auswirkung: Die Unsicherheitsbudgets werden in der Regel anwachsen, aber realistischer und prüfungssicherer werden.
- Bessere Angleichung an formelle Unsicherheitsstandards
Früher: wurden einfachere oder eher qualitative Ansätze zur Unsicherheitsbewertung oft toleriert.
Neu: Anpassung an die Norm IEC 60068-3-11 und ähnliche Leitlinien – Prüflabore müssen strukturierte Unsicherheitsbudgets erstellen, die wichtigsten Einflussgrößen ermitteln und Annahmen begründen.
Auswirkung: Mehr Aufwand für die Dokumentation und Quantifizierung von Unsicherheiten, dafür aber eine bessere messtechnische Begründung.
- Formalisierte Überwachung zwischen vollständigen Abbildungen
Bisher: Die Überwachung zwischen den vollständigen Charakterisierungen wurde nur grob beschrieben.
Neu: definierte Überwachungsansätze (Kontrollkarten, Driftüberwachung, statistische Entscheidungsregeln).
Auswirkung: verbesserte langfristige Leistungsüberwachung und frühzeitigere Erkennung von Abweichungen oder Leistungsminderungen.
- Eine strukturiertere und besser nachvollziehbare Berichterstattung
Früher: Die Berichte waren eher einfach gehalten und boten weniger detaillierte Rückverfolgbarkeit.
Neu: Die Berichte müssen die genauen Sensorpositionen, die Testbedingungen, die Abnahmekriterien und die Rückverfolgbarkeit der Rohdaten enthalten.
Auswirkung: Einfachere Audits nach ISO/IEC 17025 und klarere Nachweise für Kunden; erfordert Aktualisierungen der Standardarbeitsanweisungen (SOPs) und des Datenmanagements.
Kurzer Vergleich (praktische Auswirkungen)
- Anzahl der Sensoren: höher → mehr Logger, mehr Kalibrierungen, längerer Einrichtungsaufwand.
- Unsicherheit: umfassender → höhere gemeldete Unsicherheit, aber stärkere Begründung.
- Überwachung: formale Methoden → bessere Erkennung von Abweichungen und weniger Überraschungen.
- Berichterstattung: detaillierter → schnellere, reibungslosere Prüfungen, aber höherer Dokumentationsaufwand.
- Konformität: Die Fassung von 2024 verringert das Risiko von Nichtkonformitäten bei Audits nach ISO/IEC 17025.
Fazit - Umstellung vom Modell 2013 auf das Modell FDX15-140 (August 2024)
Dies bedeutet zwar einen höheren kurzfristigen Aufwand (Ausrüstung, Messzeit, Unsicherheitsanalyse und Berichterstellung), bringt jedoch erhebliche langfristige Vorteile mit sich: eine höhere technische Glaubwürdigkeit, eine bessere Vorbereitung auf Audits und ein geringeres Risiko, dass Prüfergebnisse angefochten werden.
Vergleichstabelle – Änderungen und Auswirkungen
| Thema |
FD X 15‑140 (2013 – Früher) |
FD X 15‑140 (2024 – Neu) |
Praktische Auswirkungen |
|
Veröffentlichungsstatus |
Gültig bis 2024 | Gültig seit August 2024 |
Die alte Version wird bei Audits nicht mehr akzeptiert |
|
Mindestanzahl an Sensoren (1–2 m³) |
9 Sensoren |
15 Sensoren |
Mehr Holzfäller, längerer Aufbau, höhere Kosten |
|
Logik der Sensorplatzierung |
Allgemeiner, weniger eingeschränkt |
Risikoorientiert, mit Schwerpunkt auf räumlicher Abdeckung |
Bessere Erkennung von Extremwerten |
|
Auswirkungen der Strahlung von Wänden |
Nicht ausdrücklich angesprochen |
Obligatorische Unsicherheitskomponente |
Je größer die gemeldete Unsicherheit, desto realistischer |
|
Unsicherheitsberechnung |
Vereinfachte Ansätze werden toleriert |
In Übereinstimmung mit IEC 60068-3-11 |
Fundiertere messtechnische Begründung |
|
Definition der Regimestabilität |
Weniger formell |
Statistische Methoden erläutert |
Weniger Streitigkeiten bei der Auslegung |
|
Überwachung zwischen den Abbildungen |
Optional / informell |
Definition strukturierter Methoden |
Verbesserte Drift-Erkennung im Zeitverlauf |
|
Meldepflichten |
Grundlegend |
Detailliert und nachvollziehbar |
Schnellere und reibungslosere Prüfungen |
|
Eignung für ISO/IEC 17025 |
Akzeptabel, aber eingeschränkt |
Sehr gut kompatibel |
Geringeres Risiko von Abweichungen |
Was bietet Kaye an?
Ein zusätzliches, auf der Norm AFNOR FDX15-140 basierendes Standard-Bewertungstool vereinfacht die Validierung von Klimakammern, Kühlsystemen und Inkubatoren. Die Erstellung und Dokumentation normkonformer Berichte gemäß den Anforderungen der AFNOR FDX15-140 wird dadurch erleichtert.
Benötigen Sie Hilfe bei der Erstellung eines Messkonzepts, der Auswahl geeigneter Datenlogger oder der Einrichtung eines Mapping-Prozesses? Wenden Sie sich direkt an Kaye oder kontaktieren Sie einen unserer zertifizierten Partner, um weitere Unterstützung zu erhalten.
Häufig gestellte Fragen
Q1: Was ist AFNOR FDX15-140 in einem Satz?
A1: Eine technische AFNOR-Publikation mit Empfehlungen zur Charakterisierung, Messung und Überprüfung der Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen in Prüfkammern.
Q2: Wie oft sollte eine Kartierung durchgeführt werden?
A2: Zumindest nach der Installation, nach größeren Wartungsarbeiten, nach Umbauten an der Kammer sowie in regelmäßigen Abständen entsprechend Ihrer Risikobewertung und den branchenüblichen Anforderungen (z. B. jährlich oder halbjährlich); die genaue Häufigkeit hängt von der internen Risikobewertung und den gesetzlichen Auflagen ab.
Q3: Was ist die erforderliche Mindestausstattung?
A3: Datenlogger mit Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren, vorzugsweise mehrkanalig (z. B. der Kaye VP RT 5-Kanal-T-Logger mit flexiblen Sonden in Kombination mit dem VP RT RH-Logger), mit ausreichender Auflösung, Echtzeit-Datenübertragung und Validierungssoftware für FDX15-140-Mapping-Berichte sowie einem dokumentierten Messprotokoll.